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„Wieso, gibt es in Nigeria denn keine Trinkwasserversorgung?“
So oder so ähnlich lauten die erstaunten Fragen, wenn wir Menschen von Amara- Wasser und Leben für Afrika e.V. erzählen.
Und die Antwort ist: Nein, es gibt kein Trinkwasser- und Abwassersystem, das flächendeckend und intakt ist. Nein, es gibt keine Schulen und Universitäten, die gebührenfrei sind, keine Altersversorgung, keine medizinische (Notfall-) Versorgung, kein Frauenhaus, kein Kindergeld…
Im Folgenden möchten wir Sie einladen, sich über Nigeria zu informieren und bieten dazu reale Lebensgeschichten sowie Sachinformationen.
ADA
Ada ist 42 Jahre alt und mit einem 63jährigen Mann verheiratet, mit dem sie vier Kinder hat. Die Familie lebt in Armut in einem Dorf in Ebony- State, Nigeria.
Die Frau wird zunehmend von den Sorgen um das tägliche Überleben verzehrt, bis sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen kann. Die Familie bringt sie zu unterschiedlichen Pastoren, die für sie beten sollen. Alle Bemühungen bleiben jedoch erfolglos. Geld für eine medizinische Untersuchung bzw. Versorgung hat die Familie nicht. Als sie von einem besonderen Geistlichen hören, der Menschen heilen kann, bringen sie Ada zu ihm. Sie wird vor der Hütte des Heilers angekettet und verbringt dort mehrere Tage und Nächte. Ihr Zustand verbessert sich nicht durch diese Behandlung.
Freunde der Familie haben einen Sohn, der in Deutschland lebt. Als diese Freunde Ada, festgebunden an einen Pflock, besuchen, schildern sie die Situation über Handy dem Sohn in Europa. Dieser spricht am Telefon mit Ada, im Anschluss daran mit seiner Familie. Diese nimmt umgehend die Frau mit zu sich nach Hause, wo sie versorgt und verpflegt wird.
Innerhalb von zwei Wochen geht es Ada deutlich besser. Sie fühlt sich erholt und derart gestärkt, dass sie zu ihrer Familie zurückkehrt.
IBE
Ibe ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat 6 Kinder. Er lebt in einer größeren Stadt. Aufgrund einer Malariaerkrankung muss er ins Krankenhaus. Nach wenigen Tagen ist er soweit genesen, dass eine weitere Behandlung nicht mehr von Nöten ist. Ibe wird jedoch nicht nach Hause entlassen.
In Nigeria gibt es weder private noch staatliche Krankenversicherungen. Alle medizinischen Versorgungen, auch Krankenhausaufenthalte, müssen privat finanziert werden.
Ibes Familie kann, zumal der Hauptversorger ausgefallen ist, die entstandenen Kosten nicht decken. Das Krankenhaus entlässt den Patienten nicht. Die Kosten steigen weiter, denn es wird ein Tagegeld in der Klinik fällig.
Ein Besucher im Krankenhaus wird auf die Situation aufmerksam und löst Ibe mit einem Betrag von umgerechnet ca. 20.-€ aus.
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